Drohnenprojekt der KJV Tübingen

Der Vorstand der KJV hat im Oktober 2019 der Beschaffung einer Drohne zusgestimmt, nachdem sich eine kleine aber aktive Arbeitsgruppe innerhalb der KJV sich mit den Fragen bezgl. Technik und Machbarkeit auseinander gesetzt hat. Fazit: Mit einem guten Team ist ein Pilotvorhaben machbar ! Ab dieser Woche wird das Drohnenteam in zwei Pilotrevieren erste Praxiserfahrungen in der Rehkitzrettung sammeln.

Erstellt am 11.05.2020

Nachdem mittlerweile auch in der Presse vermehrt über die Rehkitzrettung via Drohne berichtet wird, ist im vergangenen Jahr auch bei uns in der Kreisjägervereinigung Tübingen der Gedanke, eine solche Drohne zu beschaffen, immer weiter intensiviert worden. Hauptsächlich die hohen Anschaffungskosten und der Zweifel auf Erfolg eines solchen Unterfanges ließ uns zuerst zögern. Dennoch hat sich im Juni letzten Jahres innerhalb der KJV ein Drohnen-Team gebildet, das sich mit allen Fragestellungen zur Machbarkeit und Technik auseinander gesetzt hat. Dass eine Rehkitzrettungs-Aktion mittels Einsatz einer Drohne erfolgreich sein könnte, davon konnten wir uns in Gesprächen mit der Rehrettug Hegau-Bodensee e.V. (www.rehrettung-hegau-bodensee.de) überzeugen. Frau Barbara Schmidle, Vorsitzende des Vereins, hat an einem gemeinsam verbrachten Tag viele wichtigen Fragen beantwortet und auch - bereits an einem Gerät - hilfreiche Tipps zur Umsetzung in der Praxis gegeben. 

Unser Drohnenteam der KJV besteht derzeit aus 6 Personen, welche die Einsätze gemeinsam durchführen werden. Da wir bisher noch keine praktischen Erfahrungen bei der tatsächlichen Kitzrettung aufweisen können und wir die eigentliche Durchführung vor Ort nur aus der Theorie kennen, soll unsere erste Flug-Saison für uns eine Art Pilot-Charakter aufweisen. Dafür haben wir Landwirte aus Rottenburg und Tübingen für unsere Aktion gewinnen können. Ab dem kommenden Jahr planen wir die Aktionen auszuweiten und auf breiter Fläche in unserem Landkreis aktiv zu werden. Allerdings sollte alles, was groß werden soll, zuerst im kleinen Maßstab versucht werden. Dennoch haben wir auch den Kreisbauernverband auf unser Projekt aufmerksam gemacht, damit auch die Landwirte des LK Tübingen diese neue Information vorab erhalten. Der Kreisbauernverband mit ihrem Vorsitzenden Jörg Kautt unterstützt uns in unserem Projekt und beide Vereine haben beschlossen, den Kontakt weiter zu intensivieren um die Rehkitzrettung bei der Wiesenmahd weiter voranzubringen. Sowohl die Jägerschaft als auch die Landwirte haben hier eine Situation, in welcher durch Zusammenarbeit auf beiden Seiten profitiert werden kann. 

Allerdings gibt es Grundvoraussetzungen für einen Drohneneinsatz zur Rehkitz-Ortung:

  1. Es bedarf der Zustimmung und Anwesenheit des Jagdpächters. Die Anwesenheit ist im Gegensatz zur Zustimmung nicht zwingend. Eine Erlaubnis für den Einsatz genügt ebenfalls. 
  2. Der Landwirt muss in einem Zeitfenster von 2-3 Stunden nach Festsetzung des Rehkitzes die Wiese abmähen. 

Abschließend lässt sich zusammenfassen: 

  • Wir beginnen dieses Jahr langsam, sammeln Erfahrungen und versuchen erfolgreich zu sein. 
  • Diese Aktion ist nur im Schulterschluss Landwirt – Drohnenteam – Jagdpächter möglich. (Das Drohnenteam wird zu keiner Zeit in ein Revier fahren, ohne zuvor mit dem/den Jagdpächter/-n Kontakt aufgenommen zu haben).
  • Das gemeinsame Ziel, möglichst viele Rehkitze vor dem Mähen und vor dem sicheren Tod zu retten, steht dabei im Mittelpunkt Projekts. Jedoch können sich sowohl die Jägerschaft als auch die Landwirte mit diesem Projekt der Öffentlichkeit in einem positiven Licht präsentieren. 

Weitere Berichte erfolgen ab sofort regelmäßig über die Interneseite der KJV.

Mitglieder des Drohnenpilotenteams sind: Stefan Schaupp (Hirrlingen), Helmut Klepser (Tübingen), Lukas Haderlein (Unterjesingen), Jürgen Aurahs (Waldenbuch), Roland Saile (Rottenburg) und Sandra Schäfer (Rottenburg)

11.05.2020 Sandra Schäfer (im Namen des Drohnenteams)

Erstellt am 11.05.2020
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