Auch Hunde brauchen schnelle Hilfe

Erste-Hilfe-Kurs für Jagdhunde bei der KJV Tübingen mit Stefan Recknagel. Und Kira.

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Es gibt diese Momente, wo Du den Hund siehst, den Du gerne behalten und sofort mit nach Hause nehmen würdest. Kira, 3 Jahre alt, hat dieses Gefühl bei den Teilnehmern des Erste-Hilfe-Kurses geweckt. Und Kira spielte ohne Problem mit. Denn die Teilnehmer durften die notwendigen Erste Hilfe-Griffe an ihr üben.

Egal ob „Grinse-Gesicht“, stabile Seitenlage oder Fußverband, Kira ließ sich klaglos therapieren. Ließ sich hinlegen, den Puls fühlen („in der Kerbe an der Innenseite der hinteren Läufe“) und freute sich über ihre Leckerli: Käsewürfel. Leckerli gab es auch für die Teilnehmer: Käsekuchen, Kaffee und Co. 

Und gut, dass ein solch wunderbarer Hund, Deutsch Langhaar übrigens, also auch noch eine echte Schönheit, zur Verfügung stand. Kira war mit Führerin Sandra Walker gekommen. Sandra hatte nicht nur ihre Hündin dabei, sie war auch diejenige, die zusammen mit Thomas Schälling den gelungenen Nachmittag organisierte.

Neben Kira war Stefan Recknagel die Hauptperson an diesem Nachmittag. Der Tierarzt aus Aichtal, auch in der Jungjägerausbildung bei der KJV tätig, hielt einen klaren, verständlichen Vortrag, in dem vor allem deutlich wurde: man kann dem Jagdhund helfen, wenn man mit dem notwendigen medizinischen Grund-Wissen und dem Erste Hilfe Koffer aus dem Auto ausgerüstet ist. Medizinisches Erst-Wissen ist für Stefan Recknagel auch keine Geheimwissenschaft, dass Salivation nix anderes bezeichnet als Speichelfluss und unrhythmischer Puls beim Hund normal ist, teilte er in aller Unaufgeregtheit mit. 

Schnell selbst Erste Hilfe leisten zu können, ist essentiell. Was zu tun ist, und wie man einen ersten Befund erkennt und bei tatsächlicher Notlage anschließend sofort zum Tierarzt eilt - das sind die wichtigsten Grunderkenntnisse aus diesem Kurs. Und ja, auch Cellophan kann in manchen Fällen ein wichtiges Hilfsmittel werden. Bei der eigenständigen Verabreichung von Brechmitteln und/oder Schmerzmitteln sollte man sich übrigens unbedingt informieren und vorher wissen, was man tut. 

Genau das half dieser Nachmittag zu klären. Verletzungen, Vergiftungen, Verkühlungen - wer Bescheid weiß, kann dem Hund helfen, unter Umständen ihm das Leben retten. Die gut zwei Stunden Vortrag waren für alle gut angelegtes Geld (15 Euro für KJV-Mitglieder), das zudem in die Kasse des Vereines fließt. Auch aus dem Publikum gab es wertvolle Tipps - etwa von Dieter Sulz für Wärmejacken für die Wasserarbeit im Winter, wenn der nasse Hund in der Kälte die Ente aus dem Baggersee bringt.

Am Ende steht: jede und jeder, die jagdliche Gebrauchshunde führen, sollte wissen, was in Notfällen zu tun ist. Deswegen ist die Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs Hunde unbedingt zu empfehlen. Die KJV wird daher weitere Nachmittage diese Art organisieren. Und Kira und Neugierige werden sicher wieder kommen. Käsewürfel und Käsekuchen warten.