Der Rückblick auf die aktuell zurückliegende „Drohnensaison“ in diesem Jahr hat gezeigt, dass der Entschluss eine Drohne zu beschaffen zum richtigen Zeitpunkt in der KJV getroffen wurde. Nachdem zahlreiche Projekte zur „Rehkitzrettung“ durch KJV’ven und sonstige Wildrettungs-Vereine nun auch auf breiter Ebene in Baden-Württemberg angelaufen sind, können wir in der KJV Tübingen bereits schon auf ein Erfahrungsjahr 2020 in der damaligen Form einer Pilotierung zurückblicken.
Die Organisation, Koordination und Durchführung unserer Einsätze konnten wir daher als Team in diesem Jahr bereits gut eingespielt, Hand-in-Hand und mit der Drohne unterm Arm, reibungslos bewältigen. Auch die Vergrößerung unsers Teams durch zwei Jäger (genau: Ein Jäger, Eine Jägerin) war ein Gewinn und eine große Entlastung in den doch zahlreichen Einsätzen innerhalb dieser recht kurzen Zeit.
Die Planung und Vorbereitung eines Einsatzes ist in der Tat ein „Hopp-la-Hopp“-Geschäft (gehen die Anfragen in der Regel ja sehr kurzfristig ein) und stets sowohl im menschlichen Miteinander als auch in den Umgebungsbedingungen sehr individuell. Grundsätzlich gilt es am Abend davor die Technik vorzubereiten (Ladung aller 10 notwendigen Akkus), Lageklärung mit Jagdpächter und/oder Landwirt durchzuführen, parallel immer das Wetter beobachten, Einsatzbereitschaft unter den Teammitgliedern (also Piloten/Helfer) abzustimmen und zuletzt versuchen mögliche Einsätze aufgrund der Nähe zusammenzulegen um im Tageszeitraum von 5-9 Uhr so effizient wie möglich zu arbeiten. Dies ist nur mit der Bereitschaft zur gemeinschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Drohnenteam, Jagdpächtern und Landwirten möglich.
Die Kooperation zwischen den drei Beteiligten ist für einen Rehkitz-Einsatz zwingend erforderlich, damit eine „Rehkitz-Rettungs“-Aktion überhaupt gelingen kann, denn die Überfliegung einer Wiese und Ortung von Rehkitzen ist zu jedem Zeitpunkt stets nur eine Momentaufnahme. Wird eine Wiese beflogen und als „Rehkitz-frei“ gemeldet, steht diese Aussage nur für den jeweiligen Zeitpunkt der Befliegung. Für jede Verlängerung in der Zeitspanne zwischen Befliegung und Mahd kann weniger Gewähr für das Ergebnis übernommen werden. Das heißt, es ist wichtig dass der Landwirt frühstmöglich mäht, optimal wäre unverzüglich direkt nach der Befliegung. Denn nicht jedes Kitz kann in einem Karton festgesetzt werden. Wir verbringen die nicht lauffähigen Kitze grundsätzlich auch nur an den Wiesenrand bzw. in die benachbarte Wiese. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass ihr lautes Fiepen die Geiß sofort auf den Plan ruft und sie selbst die Rettung ihres Kitzes übernimmt sobald es am Wiesenrand freigesetzt wurde. Für uns ist dies der beste Fall und dem Kitz wird dadurch wesentlichen Stress erspart.
Jedoch sind die Kitze oftmals schon recht fit auf den Läufen. Wird ein solches aufgespürt, kann nur noch zugesehen werden wie es aus der Wiese flüchtet und am Rande leise und geschützt darauf wartet bis wieder Ruhe einkehrt. Leider besteht dann auch die Gefahr, dass dieses Kitz bald wieder in die Wiese zurückwechselt, sofern die Geiß es vorher noch nicht aufgesucht hat. Es möchte schließlich von seiner Mutter wieder gefunden werden.
Diesen Fall hatten wir leider in diesem Jahr. Durch Abstecken (und somit Beunruhigen) der Fundstelle mit einem Stock und darauf aufgehängter Plastiktüte hat allerdings gute Effekte gezeigt, so dass sich die Kitze auch in o.g. Fall weiterhin fernhalten.
Unsere Einsatzreviere/-bereiche in 2021:
Ammertal
Derendingen
Dusslingen
Mähringen
Mössingen
Pfäffingen
Rottenburg
Starzach-Wachendorf
In Insgesamt 13 Einsätzen konnten wir 15 Rehkitze vor dem Mähtod bewahren.
